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Das STD-Gespräch

Das STD-Gespräch

Da bist du nun ... es hat nur ein paar Dates gebraucht, bis dir klar war, dass du mit einem wundervollen neuen Menschen heiß und innig werden willst. Es gibt nur einen Haken: Du musst deinem Gegenüber sagen, dass du eine andauernde oder (vielleicht) dauerhafte sexuell übertragbare Krankheit/Infektion (STD/I) hast und dass eine Übertragung möglich ist. Wenn es dir unangenehm ist, das Thema anzusprechen, bist du damit nicht allein.

Jemandem mitzuteilen, dass du eine ansteckende Krankheit oder Infektion hast, kann nervenaufreibend sein, selbst wenn du das schon einmal getan hast. Dir können viele Gedanken durch den Kopf gehen, etwa: "Wie spreche ich es an? ... Wann? ... Sollte ich warten, bis wir kurz davor sind, Sex zu haben? ... Wie wird die Reaktion ausfallen, und was wird mein Gegenüber von mir denken?"...

Es gibt so viele mögliche Reaktionen, und es sind starke Gefühle im Spiel. Wenn du eine Person kennengelernt hast, an der du romantisch interessiert bist, hebt das Ansprechen einer STD/I das Gespräch über Safer Sex auf eine ganz neue Ebene. Wie sprichst du eine STD/I also richtig an, wenn es um eine Person geht, mit der du in Zukunft Sex haben könntest?

Die Realität annehmen

Es fällt dir leichter, einer Person, mit der du künftig intim werden willst, von einer aktuellen oder andauernden STD/I zu erzählen, wenn du sie selbst akzeptiert hast. Eine Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit war vielleicht nicht vorhersehbar - trotz selbst der umsichtigsten Vorsichtsmaßnahmen -, doch Tatsache bleibt, dass sie eine Realität ist, die sich womöglich nie ändern wird. Die Erkrankung zu verdrängen, verlängert nur deinen Kummer und isoliert dich von anderen.

Geh nicht davon aus, dass eine STD/I das Ende deines Sexlebens bedeutet. Um weiterhin ein positives Selbstwertgefühl und ein erfüllendes Sexleben zu haben, gilt es, so gut es eben geht mit einer Geschlechtskrankheit leben zu lernen und selbstbewusst und mit Gewissheit damit umzugehen. Das gelingt durch Übungen zur persönlichen Stärkung und durch Wissen über STD/Is.

Woran merke ich, dass ich bereit bin, darüber zu sprechen?

An welchem Punkt der Beziehung sprichst du das Thema an? Solltest du es früh ansprechen, in der ersten Phase des Kennenlernens, oder wartest du, bis sich die Möglichkeit einer sexuellen Beziehung abzeichnet? Das ist eine ganz persönliche Entscheidung und kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Ob du so intime Informationen teilst, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, etwa von deiner Dynamik mit genau dieser Person, davon, wie selbstsicher du dich unter Unbekannten fühlst, und von den Ansichten, die dein Gegenüber im lockeren Gespräch geäußert hat.

Da sich nicht vorhersagen lässt, wie jemand reagiert, verschwende keine unnötige Energie auf "Was wäre, wenn", und vermeide es vor allem, deine eigenen Urteile und Gefühle auf andere zu projizieren. Manche werden negativ auf deine Nachricht reagieren, andere aber werden nicht mit der Wimper zucken. Statt dir Sorgen darüber zu machen, was sie denken werden, hör genauer auf deine Intuition und nutze sie als wichtigsten Anhaltspunkt dafür, wann du es offenlegst.

Wie spreche ich meine STD/I an?

Wenn du dich entschieden hast, mit einer Person, mit der du dir etwas vorstellen kannst, über deine STD/I zu sprechen, bring die Information so neutral wie möglich vor und achte auf deine Körpersprache und deine Art zu sprechen. Lass deinem Gegenüber Zeit, die Information zu verarbeiten. Es ist möglich, dass es etwas Abstand braucht, um das Gehörte sacken zu lassen - das kann ein, zwei Tage oder sogar eine Woche dauern. Wenn dir diese Person wichtig ist, respektiere ihr Bedürfnis, eine Entscheidung ohne Druck zu treffen, besonders wenn sie Gefühle für dich hat.

Einer der besten Wege, selbstbewusst über deine STD/I sprechen zu können, ist, dich über die Erkrankung zu informieren. Lies unsere Artikel und frag in deiner Arztpraxis oder bei anderem medizinischem Fachpersonal nach, wo du weitere verlässliche, aktuelle Informationsquellen findest. Mach dich mit den Fakten vertraut und biete an, sie mit deinem Gegenüber zu teilen, oder ermutige die Person, selbst nach Informationen zu suchen.

Wo und wann?

Wähle einen neutralen Zeitpunkt und Ort, also einen, an dem ihr nicht unterbrochen oder abgelenkt werdet. Ein Spaziergang ist eine gute Gelegenheit für das Gespräch, ebenso die Zeit nach einem Essen oder eine Tasse Kaffee. Bleib ruhig und leg die Fakten dar. Für dein Gegenüber wird es viel schwieriger, sachlich zu reagieren, wenn du die Gelegenheit nutzt, ungeklärte Gefühle zu sortieren. Mit einer STD/I zu leben wird nicht immer leicht sein, deshalb hilft es, an deiner persönlichen Entwicklung und Selbstannahme zu arbeiten, bevor du dich auf eine sexuelle Beziehung einlässt.

Was, wenn die Reaktion schlecht ausfällt?

Da du keine negative Energie ausstrahlen willst, rechnest du am besten nicht mit dem Schlimmsten. Sei aber auf jeden Ausgang vorbereitet, ob positiv oder nicht. Wenn eine Person, mit der du dir etwas vorstellen kannst, eine sexuelle Beziehung mit dir ablehnt, versuch, die Zurückweisung nicht persönlich zu nehmen. Sie trifft eine bewusste, informierte Entscheidung über ihre Sexualität, eine Entscheidung, die Respekt verdient. Wenn du dich selbst unwissentlich mit einer STD/I angesteckt hast, weißt du aus Erfahrung, dass du es geschätzt hättest, alle Fakten zu kennen, bevor du eine sexuelle Beziehung eingegangen bist. Das Letzte, was du willst, ist, jemanden zum Sex zu drängen oder ihm ein schlechtes Gewissen einzureden, nur um später herauszufinden, dass sich die Person mit derselben STD/I angesteckt hat.

Hol dir Unterstützung von anderen

Übe, laut über deine STD/I zu sprechen. Vielleicht möchtest du auch mit einer Vertrauensperson ein ‘Rollenspiel’ machen und dir konstruktives Feedback dazu geben lassen, wie du es rüberbringst. Such dir eine Einzelberatung, wenn du persönlichen Rat brauchst. Stöbere in Online-Foren oder Selbsthilfe-Netzwerken nach Orientierung und Unterstützung. Es gibt auch Dating-Seiten, die speziell dafür gemacht sind, dass Menschen mit einer STD/I einander finden. Weil STD/Is so verbreitet sind, gibt es viele Menschen, die genau wissen, was du durchmachst; ihre Erfahrungen können dich inspirieren, über persönliche und gesellschaftliche Grenzen hinauszuwachsen. Je wohler du dich mit deiner STD/I fühlst, desto leichter - und mit weniger Angst verbunden - wird es, künftigen Sexualkontakten gegenüberzutreten.

Abschließende Gedanken

Wenn du dich entscheidest, Sex zu haben, ohne deine STD/I offenzulegen, setzt du andere womöglich dem Risiko aus, sich mit derselben anzustecken, Schmerzen zu haben und möglicherweise in Lebensgefahr zu geraten. Wenn du dich unerwartet mit einer STD/I ansteckst, weißt du, welche körperlichen und/oder seelischen Belastungen das verursachen kann. Mute anderen nicht dasselbe zu - das ist nicht nur in manchen Bundesstaaten illegal, es ist auch unfair und ändert nichts daran, dass es dir passiert ist.


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